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Morelia 2
Wednesday, 03 November 2010
Da bin ich schon wieder. Dieses Mal auch nur ganz kurz. Ich habe mich also die letzten 3 Tage durch die vielen Restaurants und Cafes von Morelia gefressen und Spezialitaeten wie Gaspacho probiert. Das ist nicht etwa ein kaltes Tomatensueppchen, sondern ein Salat aus Ananas, Mango und Salatgurke, getraenkt in Limetten- und O-Saft mit Chilisauce und Kaese. Gar nicht so schlecht. Ansonsten habe ich mir weiter die Feierlichkeiten angesehen: Konzerte, Umzuege, Theaterstuecke, etc. Jeden Abend und teilweise auch tagsueber waren viele Leute und noch mehr Kinder vekleidet unterwegs. Es gab jede Menge Skelette, Vampire, Zombies, ein par Prinzessinen, ein paar Monster, Mumien aber vor allem Catrinas. La Catrina ist, glaube ich, die klassische Darstellung in Mexiko fuer den Tod. Ein weibl. Skelett in einem eleganten Kolonialkleid mit grossem Hut. Die gehoert hier tatsaechlich ueberall dazu. Und die Kostueme waren teilweise extreme gut und aufwaendig. Aber auch hier schleicht sich langsam das amerikanische Halloween ein. Man sieht immer mehr Kuerbisse und wenn es nur in Form von kleinen, dicken Kindern in Kuerbiskostuemen ist. Und am 31.10. fingen die Kinder auch an Suessigkeiten oder Geld zu verlangen.  Am 01.11. war ich dann leicht verwirrt feststellen zu muessen, dass anscheinend wieder ein ganz normaler Arbeitstag war. Dabei dachte ich immer, das waere der Hauptfeiertag. War es dann auch abends wieder was den eigentlichen Grund des Festes angeht. Ich hatte mich einer Tour angeschlossen, die nachts 3 Doerfer in der Umgebung besuchte, in denen jeweils unterschiedlich der Toten gedacht wird.  Im ersten Dorf wartet man in den Hauesern auf sie, in denen im letzten Jahr jemand gestorben ist. Der Tuerrahmen ist mit Blumen geschmueckt, im Haus ist ein Altar aufgebaut mit Bildern der Verstorbenen und den "Opfergaben" fuer sie. Das sind alles Lebensmittel und Getraenke, meist die Lieblingsspeisen der Verstorbenen, denn nach der langen Reise aus dem Totenreich haben sie natuerlich Hunger. Alle im Dorf besuchen diese Haeuser, die jedem die ganze Nacht offen stehen. Jeder bringt eine weitere Opfergabe mit. Das Ganze hat dann leichten Volksfest-Charakter. Man zieht von Haus zu Haus, wird ueberall begruesst und verpflegt, steht zusammen, trinkt, redet, Bands spielen in den Haeusern, auf der  Strasse war eine kleine Disco aufgebaut und so geht es die ganze Nacht weiter. Auch wir wurden beim Eintreffen sofort mit Tamales und einem mit Zimt gewuerzten, warmen Maisgetraenk versorgt. Zum Glueck zogen wir weiter, bevor die Posh-Schnaps Flaschen ernsthaft anfingen zu kreisen.  Die naechsten 2 Stops waren Dorffriedhoefe, die unterschiedlich geschmueckt waren, aber jeweils einem Blueten- und Flammenmeer glichen. Der 2. Friedhof lag auf einer Insel, wo wir erst mal mit einem Boot hinfahren mussten. Hier war es dann auch tatsaechlich so, dass die Leute die ganze Nacht auf dem Friedhof bei den Graebern bleiben und auch dort schlafen. Und wir reden hier von Temperaturen um die 5 Grad!! Ich hatte 3 Fleecepullis uebereinander an und war echt froh, als ich am 02.11. morgens um 7 Uhr noch mal fuer 3 Std. in mein Bett kriechen konnte um mich aufzuwaermen. Insgesamt bin ich vom Día de los Muertos etwas enttaeuscht. Die Begegnungen auf den Friedhoefen waren schon sehr beeindruckend, aber ich hatte mir das Ganze etwas froehlicher vorgestellt. Und die Feier drum herum war ganz nett, aber dafuer dass es die Riesensause in Mexiko sein sollte... Da sit in der Koelner Suedstadt an jedem Tag von Karneval mehr los. Lag vielleicht daran, dass das Epizentrum der Party in naechsten Ort sein sollte, also etwa so, als wenn man Karneval in Duesseldorf feiern wuerde. Aber dieser Ort war leider schon vor Monaten ausgebucht.
Nach 3 Std. Schlaf ging es dann am Dienstag nach Guadalajara. Von hier oder Mexico DF dann wieder mehr.
Liebe Gruesse
Britta

 
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